Promis werben für Bitcoin? Der Krypto Anlagebetrug mit Christa Rigozzi, Roger Federer & KI Deepfakes erklärt
Hast du diese Schlagzeilen auch schon gesehen? "SRF Meteo Mann rastet aus", "Roger Federers geheimes Investment" oder aktuell: Christa Rigozzi bettelt auf Facebook um Geld. Wenn du auf eine dieser Anzeigen klickst, landest du oft in einer Welt aus schnellem Reichtum und Krypto-Versprechen. Doch Vorsicht: Nichts davon ist echt.
Dieser Artikel ist Teil meiner Deep-Dive-Serie über Krypto-Betrug. Während wir uns zuletzt den Romance Scams (Liebesbetrug) gewidmet haben, schauen wir uns heute an, wie Kriminelle das Vertrauen in unsere Schweizer Lieblinge missbrauchen, um deine Wallet zu leeren.
Der aktuelle Fall von Christa Rigozzi, über den Blick berichtete, zeigt, wie dreist die Täter vorgehen. Sie nutzen ihren Namen und ihre Fotos, um auf Facebook Geld für vermeintliche Waisenkinder zu sammeln. Rigozzi selbst ist "total schockiert" und hat Anzeige erstattet.
Doch das ist nur die Spitze des Eisbergs. Die gleiche Masche wird im grossen Stil genutzt, um dich in Krypto-Anlagebetrug zu locken. Und die Technologie macht es immer gefährlicher.
🔍 Deep-Dive-Serie: Krypto-Betrug im Detail
Dieser Artikel ist Teil meiner Spezial-Serie, in der ich die gefährlichsten Betrugsmaschen einzeln und detailliert unter die Lupe nehme. Während mein Basis-Artikel alle Scam-Arten im Überblick beschreibt, widme ich mich hier ganz spezifisch den Promi-Fakes (Impersonation Scams) und der Gefahr durch Deepfakes.
Mein Ziel: Du sollst jede Masche im Detail verstehen, um dich und deine Liebsten effektiv zu schützen. In kommenden Artikeln werde ich weitere Themen wie Phishing, Fake-Wallets und Schneeballsysteme genauso ausführlich analysieren.
Was ist der "Promi-Impersonation-Scam"?
Die Masche ist psychologisch clever: Wir vertrauen bekannten Gesichtern. Wenn Roger Federer, DJ Bobo oder eine SRF-Moderatorin angeblich eine neue "Finanzlücke" entdeckt haben, schaltet unser kritisches Denken aus. Wir werden neugierig.
Der Betrug funktioniert fast immer nach dem gleichen Muster, dem "Fake-News-Trichter":
1. Der Köder (Social Media Ads)
Du scrollst durch Facebook, Instagram oder siehst eine Anzeige auf einer Nachrichtenseite. Das Bild ist reisserisch: Ein prominenter Schweizer (oft mit blauem Auge oder in Handschellen montiert) und eine Schlagzeile wie: "Das Ende seiner Karriere!" oder "Die Nationalbank will dieses Interview verbieten!".
2. Die gefälschte Nachrichtenseite
Du klickst darauf und landest auf einer Seite, die aussieht wie SRF, 20 Minuten oder Blick. Das Design ist kopiert, aber die URL (die Webadresse oben im Browser) ist falsch (z.B. srf-news-schweiz.com statt srf.ch). Dort liest du ein frei erfundenes Interview, in dem der Promi schwärmt, wie er mit einer neuen "automatisierten Trading-Plattform" (oft Namen wie "Quantum AI" oder "Immediate Edge") reich geworden ist.
3. Die Falle (Die Einzahlung)
Du wirst auf die eigentliche Betrugsseite weitergeleitet. Dort sollst du dich registrieren und ein "Startkapital" von meist 250 Franken oder Euro einzahlen – oft per Kreditkarte oder direkt in Bitcoin. Das Geld wird nie investiert. Es landet direkt bei den Betrügern. Oft rufen dich danach aggressive "Broker" an, die dich drängen, noch mehr Geld nachzuschiessen.
Die neue Gefahr: Deepfakes (KI-Betrug)
Bisher waren es meist gefälschte Texte und Fotos. Doch 2026 stehen wir vor einer neuen Ära des Betrugs.
Dank künstlicher Intelligenz (KI) können Betrüger täuschend echte Videos erstellen, in denen die Promis wirklich zu sprechen scheinen.
- Video-Deepfakes: Ein Video von Elon Musk oder Alain Berset, in dem sie ein Krypto-Giveaway bewerben? Technisch kein Problem mehr. Die Lippenbewegungen passen perfekt zum (gefälschten) Text.
- Audio-Deepfakes (Voice Cloning): Du bekommst einen Anruf, und es klingt wie dein Chef oder ein bekannter Finanzexperte, der dich zu einer dringenden Transaktion drängt.
Mein dringender Rat: Wenn du ein Video siehst, in dem ein Promi für eine spezifische Krypto-Plattform wirbt und schnelle Gewinne verspricht, gehe zu 99,9% von einem KI-Fake aus. Kein seriöser Promi macht das.
Die Schweizer "Hitliste" der Betrüger
Diese Namen werden hierzulande besonders oft missbraucht. Wenn du eine Werbung mit ihnen im Zusammenhang mit "geheimen Finanzsystemen" siehst: Alarmstufe Rot.
- Roger Federer: Der Klassiker. Sein makelloses Image wird oft für dubiose Trading-Bots missbraucht.
- SRF Moderatoren (z.B. Sandro Brotz, Susanne Wille, Meteo-Team): Besonders perfide, da hier das Vertrauen in das öffentlich-rechtliche Fernsehen ausgenutzt wird.
- DJ Bobo & andere Musiker: Beliebte Volksfiguren werden als "Finanzgenies" dargestellt.
- Politiker (Bundesräte): Um Seriosität vorzugaukeln, werden oft "geheime Regierungsbeschlüsse" erfunden.
Dein Schutzschild: Die 4-Sekunden-Checkliste
Bevor du klickst oder gar Geld überweist, nimm dir vier Sekunden für diese Checks. Wenn auch nur ein Punkt zutrifft: Es ist ein Scam.
- Der URL-Check: Schau in die Adresszeile deines Browsers. Heisst die Seite wirklich
srf.choder eherbreaking-news-24.xyz? - Der "Zu schön um wahr zu sein"-Check: Verspricht jemand garantierte Gewinne von 20% pro Tag? Das gibt es nicht. Niemals.
- Der Druck-Check: Steht auf der Seite "Nur noch 5 Plätze frei" oder läuft ein Countdown? Seriöse Investments setzen dich nicht unter Zeitdruck.
- Der Google-Check: Gib den Namen des Promis zusammen mit dem Wort "Bitcoin" oder "Betrug" bei Google ein (z.B. "Christa Rigozzi Bitcoin"). Du wirst sofort Warnungen finden.
Ich habe mich dort angemeldet – Was jetzt?
Hast du dich auf so einer "Trading-Plattform" registriert, aber noch kein Geld überwiesen?
- Zahle nichts ein. Egal wie oft sie dich anrufen.
- Blockiere die Nummern. Die "Broker" werden sehr lästig und aggressiv werden.
Hast du bereits Geld überwiesen (Kreditkarte oder Krypto)?
- Handle sofort. Lies dazu meinen Artikel Was tun, wenn ich betrogen wurde?und melde dich bei der Polizei.
- Für weitere Infos und unkomplizierte Unterstützung und Beratung melde dich bei uns im House of Satoshi.
Fazit: Vertraue der Community, nicht den Fake-Ads
Die Promi-Masche funktioniert, weil wir alle gerne an das schnelle Glück glauben wollen. Die Betrüger wissen das und nutzen das geschickt aus.
Echte Informationen über Bitcoin und Krypto findest du nicht in reisserischen Facebook-Anzeigen. Du findest sie in der Bildung und in einer echten Gemeinschaft wie zum Beispiel bei den Events von Satoshis Daughters.
Mein Call to Action an dich: Lass dich nicht von Fake-News blenden. Wenn du wirklich verstehen willst, wie Bitcoin funktioniert – ohne leere Versprechungen und Fake-Promis –, dann werde Teil unserer Community.
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Bleib kritisch. Bleib neugierig. Und im Zweifelsfall: Frag einfach Kat.
Quellen und weiterführende Links:
- Blick.ch (30.01.2026): Betrüger betteln als Christa Rigozzi https://www.blick.ch/people-tv/schweiz/betrueger-betteln-als-christa-rigozzi-ich-hatte-keine-ahnung-und-bin-total-schockiert-id21644355.html
- Mein heimlicher Crush Supercedi (<3) hat mit izzy eine sehr umfangreiche Reportage zu Promi Scammers gemacht - empfehlenswert: https://www.blick.ch/wirtschaft/fieser-trick-der-betrueger-so-machen-fake-promis-aus-apple-geschenkkarten-geld-id21646620.html
- Cybercrimepolice.ch (Schweizer Polizei) mit einem ausführlichen Artikel zu dieser Betrugsmasche, schon etwas älter (27.05.2020) aber immer noch topaktuell https://cybercrimepolice.ch/de/faelle/online-anlagebetrueger-missbrauchen-prominente
- Warnliste der FINMA (Finanzmarktaufsicht) mit unseriösen Anlagewebsiten https://www.finma.ch/de/finma-public/warnungen/warnliste
- Kryptokat: Die grosse Betrugs-Übersicht